Dr. med. Lothar Fliegner

Hautarzt - Allergologie - Psychotherapie

 

Selbstzahler und Privatkassen

 

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A. HAARERKRANKUNGEN

Die Behaarung des Menschen hat keine wesentliche biologische Funktion zu erfüllen. Allerdings schützt sie den Kopf vor Sonnenstrahlen, dient der Berührungssensibilität und isoliert in geringem Ausmaß gegen Wärme und Kälte.

Große Bedeutung hat das Kopf- und Körperhaar für das ästhetische Aussehen des Menschen. Deshalb sind eine Veränderung der Haarfarbe, der Haardichte oder der Haarstruktur nicht selten Anlaß zum Arztbesuch. Eine von der Norm abweichende Behaarung kann zwischenmenschliche Beziehungen beeinträchtigen und zu erheblicher seelischer Belastung führen.

 

Hormonelle Beeinflussung des Haarwachstums

Die Haarwurzeln unterliegen neben genetischen auch hormonellen Einflüssen. Androgene (männliche Hormone) spielen bei der Entwicklung des Behaarungsmusters eine wesentliche Rolle. Es lassen sich 3 Haartypen unterscheiden:

--  Das Sexualhaar ist in seinem Wachstum abhängig von der Androgenkonzentration im Blut des Mannes. Sexualhaare sind die Barthaare und die Haare im oberen Schamdreieck bis zum Nabel.

--  Das Wachstum des Ambisexualhaares ist abhängig von der Androgenkonzentration im Plasma der Frau. Dieser haartyp findet sich in den Axillen und im unteren Schamdreieck der Frau.

--  Das Nichtsexualhaar steht nicht unter androgenetischer Stimulation. Hierzu gehören die Wimpern und die Augenbrauen.

 

Haarzyklus

Das Haar wächst nicht kontinuierlich, etwa wie der Fingernagel, sondern jeder Haarfollikel unterliegt  - asynchron zu den Nachbarfollikeln – einem zyklischen Rhythmus von Wachstums- und Ruhephasen. Am Ende jeder Ruhephase fällt das Haar aus, und eine neue Haarwachstumsphase setzt ein. Dazu beeinflußt die Jahreszeit das Wachstum der Haare (analog der Mauser der Tiere im Herbst und Frühjar).

 

Im Haarzyklus unterscheiden wir folgende Phasen:

-       Anagen- oder Wachstumsphase

-       Katagen- oder Übergangsphase

-       Telogen- oder Ruhephase

 

Trichogramm (Haarwurzelstatus)

Die Dauer der einzelnen Haarzyklusphasen und damit die Haarwachstumskapazität spiegelt sich im Prozentverhältnis Anagen-, Katagen-, Telogen- und dystrohische Haare zu einem gegebenen Zeitpunkt im epilierten Haarbereich (ca 50 Haare an bestimmten Stellen des behaarten Kopfes entnommen) wieder.

 

Die wichtigsten Störungen des Haarwachstums

Hypertrichose:   man versteht darunter ein allgemein verstärktes Haarwachstum

Hirsutismus:       krankhafte Vermehrung und Verstärkung der Haare mit Ausprägung eines männlichen Behaarungsmusters unter dem Einfluß von Androgenen (männliche Hormone) bei Kindern und Frauen.

Als Alopezie wird der Zustand des Haarausfalls bezeichnet. Es lassen sich herdförmige, diffuse und totale Alopezien unterscheiden. Effluvium nennt man den dynamischen Vorgang des Haarausfalls, der zur Alopezie führt.

 

Temporäre oder reversible Alopezien sind das Ergebnis einer vorübergehenden Schädigung anagener Haarfollikel, die zu diffusem oder umschriebenem Haarausfall (Effluvium) bis zur Haarlogkeit (Alopezie) führt.

 

Diffuse Alopezie: Die Veränderung läuft meist auf den Kopf  beschränkt ab. Der Haarausfall führt zu lichtem Haar und kann – je nach Ursache – reversibel sein oder dauerhaft bestehen bleiben. Der diffuse Haarausfall ist ein wichtiges klinisches Symptom und verlangt eine genaue ätiologische Analyse.

 

Zirkumskripte Alopezien: Umschriebene Alopezien entwickeln sich nach herdförmiger exogener oder endogener Schädigung und können wie die diffuse Alopezie je nach Ursache vorübergehend sein oder dauhaft bestehen bleiben.

 

Die Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) ist die häufigste Form des umschrieben Haarausfalls. In den meisten Fällen ist sie voll reversibel. Ursächlich scheinen, soweit man es heute weiß, Autoimmunphänomene eine Rolle zu spielen. Die Prognose ist um so günstiger, je eher die Behandlung einsetzt (d.h. je kürzer das Leiden besteht) und je kleiner die Zahl und die Fläche der haarlosen Herde sind.

 

Die Trichotillomanie (Haarzupf-Tic) wird vorwiegend im Kopfbereich bei Kindern im Alter von 4 – 10 Jahren beobachtet. Sie scheint rein psychischer Genese zu sein. Das Trichogramm (Haarwurzelstatus) fällt im Gegensatz zu dem oft schweren Hautbefund typischerweise völlig normal aus.

Das Krankheitsbild stellt eine Art Botschaft und Hinweis auf emotionale, z. T. schwerwiegende Probleme des betroffenen Kindes dar und sollte von den Eltern sehr ernst genommen. Therapie: Aufklärung der Eltern/Angehörigen; psychologische Beratung, evtl. Psychotherapie zum Abbau der Autoaggression, auch Familientherapie.

B. NAGELERKRANKUNGEN

Von Nagelveränderungen, die bei einer Reihe von Hautkrankheiten als Symptom vorkommen (z.B. Tüpfelnägel bei Schuppenflechte, kreisrunder Haarausfall), unterscheiden wir Nagelwachstumsstörungen bei bestimmten Hautleiden im Nagelbettbereich (Ekzem, Schuppenflechte, Pilzerkrankung, Warzen, Muttermale oder Tumoren).

Darüber hinaus gibt es auch solche Nagelveränderungen, die als nagelspezifisches Geschehen nur an den Nägeln vorkommen.

 

Onychodystrophie ist der Oberbegriff für alle Störungen des Nagelwachstums und der Nagelernährung.

Eine mehrfache Längsriffelung der Nagelplatte im Alter ist normal, oft sieht man auch eine schindelartige Oberflächenbeschaffenheit.

Onychorrhexis stellt eine abnorme Brüchigkeit der Nägel dar: der Nagel reißt vom freien Nagelrand her ein, splittert und spaltet sich.

Die Onychoschisis ist eine partielle (oft) oder totale (selten) Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett.

Bei gestörter Ernährung des Nagels siedelt sich gern ein Pilz im Nagelgewebe an, sobald die Abwehr des Nagels nicht mehr richtig intakt ist. Ein gesunder, gut genährter Nagel gibt dem Pilz keine Chance.