Dr. med. Lothar Fliegner

Hautarzt - Allergologie - Psychotherapie

 

Selbstzahler und Privatkassen

 

Praxis H. Zienert

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Impfungen

A. Öffentlich empfohlene Impfungen

Schutzimpfungen sollen das Individuum vor gefährlichen Infektionskrankheiten schützen. Aufgrund der Infektiosität ist nicht nur die Person selbst gefährdet, sondern durch die Übertragung des Erregers auch die Allgemeinheit.

Impfungen von großem Allgemeininteresse werden nach §14.3 Bundesseuchengesetz „öffentlich empfohlen“. Das bedeutet, dass der Staat seinen Bürgern rät, sich vor bestimmten Infektionskrankheiten zu schützen und im Falle eines Impfschadens dafür haftet.

Die Impfungen werden durchgeführt beim niedergelassenen Arzt im Rahmen seiner berufsrechtlichen Zuständigkeit sowie beim öffentlichen Gesundheitsdienst.

Bei der aktiven Immunisierung („Schutzimpfung“) werden dem Organismus die abgetöteten Erreger, die für die Immunisierung essentielellen Teilantigene oder entgiftete Toxine (Toxoide) zugeführt (Totimpfstoffe). Attenuierte (avirulente)vermehrungsfähige Erreger werden oral,, subcutan oder intramuskulär verabreicht (Lebendimpfstoffe). Der Körper wird durch den Impfstoff dazu veranlasst, selbst eine schützende Immunität aufzubauen.

Bei der passiven Immunisierung werden die von einem Organismus gebildeten Antikörper entweder in Form von homologen (Spender Mensch) oder von hetorologen Antiseren (Spender Tier) zugeführt.

B. Impfen – freiwillige Entscheidung oder Pflicht?

Nach Abschaffung der Pockenimpfung im Jahre 1983 gibt es in Deutschland keine gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen mehr. Es isr jedem selbst überlassen, sich um den eigenen Impfschutz und den seiner Kinder zu kümmern.

Eine gute Aufklärung in der Bevölkerung über Schutzimpfungen ist daher unerlässlich. Nur wer ausreichend informiert ist, kann sich richtig entscheiden und die Bedeutung von Impfungen einschätzen.

C. Standardimpfungen

Diphtherie 
Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstandvon 4 Wochen,

Auffrischung: 1 Inj. Alle 10 Jahre

Eine durchgemachte Diphtherieerkrkankung hinterlässt keine sichere Immunität, auch in diesem Falle ist eine Impfung erforderlich.

Impfstoffe, bei denen Diphtherieadsorbat mit anderen Impfstoffen kombiniert ist, sind als sogen. Mehrfachimpfstoffe im Handel erhältlich.
 

FSME Grundimmunisierung: 1. Inj. am 1. Tag, 2. Inj. nach 4 – 8 Wochen, 3. Inj. nach 8 – 12 Mon. (Schnellimmunisierung: 1. Inj. am 1. Tag, 2. Inj. nach 4 Wo, dann hat man bereits einen Impfschutz zu 98%, 3. Inj. nach 3 Mon.)

Auffrischung: alle 3 – 4 Jahre 1 Injektion.

 

Grippe
im Herbst eines jeden Jahres durchführbar (Grippostad, Mutagripp etc.). Der Schutz hält etwa 1 Jahr an.

 

Hepatitis A + B
Impfstoff  Twinrix; Grundimmunisierung: 1. Inj. am 1. Tag, 2. Inj. nach 4 (3-5) Wochen, 3. Inj. Nach ¼ Jahr. Auffrischung nach 7 – 10 Jahren 1 Inj.

 

Malaria 
Vorbeugung: 10 Tage vor Antritt der Reise bis 6 Wochen nach der Rückkehr Lariam 1 Tbl. pro Woche, ab der 4. Woche des Urlaubsaufenthalts 1 Lariam alle 2 Wochen.

Therapie: bei Verd. auf Infektion (unklare Fieberzustände im gefährdeten Gebiet) sofort 3 – 4 Tabl. Lariam und zum nächsten Arzt. (Je nach Gefährdungsgrad der bereisten Region – es bsteht eine Risikoeinteilung der Landstriche in Zonen A bis C – ist statt Lariam auch Resochin möglich bzw. Fansidar, oder es ist eine Kombination von Lariam und Fansidar (Zone C) angezeigt.
Malarone ist die derzeit wirksamste Waffe gegen Malaria Tropica und für Reisen in Länder, in denen eine Malaria Prophylaxe mit anderen Medikamenten keinen Erfolg verspricht. Dazu gehören Reisen in die Region Goldenes Dreieck, nach Afrika, Brasilien und Papua Neuguinea. Es wird aufgrund der breiten Wirkungsweise sowohl in der Prophylaxe als auch für die Notfallbehandlung erfolgreich eingesetzt.

Das verschreibungspflichtige Lariam wird aufgrund seines Wirkstoffs Mefloquin sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung verordnet. Darunter fällt die Akutbehandlung im Notfall und die weiterführende Behandlung durch einen Arzt oder unter klinischen Bedingungen. Lariam gehört zu der Medikamentengruppe, die den Erreger nicht eindämmen und hemmen, sondern aufspüren und zuverlässig abtöten.

Dennoch muss die Wirkung mit einer serologischen Untersuchung kontrolliert werden. Die Einnahme von Lariam ersetzt deshalb nicht die begleitende Behandlung und Betreuung durch einen Arzt. Nur ein Arzt sollte bestimmen, wann mit der Einnahme von Lariam aufgehört werden kann, denn auch hier gilt es, die Erreger komplett zu eliminieren.

Proguanil ist der Wirkstoff im Medikament Paludrine, der sich die Enzyme des Malariaerregers vornimmt, sobald sie im menschlichen Organismus vorkommen. Paludrine stört den Vorgang der Zellteilung des schädlichen Erregers und verhindert damit seine Verbreitung. Da es Langzeitwirkung hat, kann Paludrine als Vorbeugungsmaßnahme gute Dienste leisten, es ist aber auch zur Stand-by-Therapie im Akutfall bestens geeignet.

Was muss man beachten?

Die Dosierung von Paludrine erfolgt nach Körpergewicht, daher ist es auch für Kinder gut anwendbar. Schwangere Frauen sollten mit dem Arzt zusammen über Risiken und Nutzen einer Einnahme von Paludrine sprechen. Es gibt keine Hinweise auf schädigende Einflüsse auf das ungeborene Kind, jedoch gilt in Zeiten der Schwangerschaft eine grundsätzliche Pflicht zur Vorsicht im Umgang mit Medikamenten. Die Stillzeit ist davon ebenfalls betroffen. Die Einnahme von Paludrine ist dringend zu unterlassen bei Vorliegen einer schweren Störung der Nierenfunktion.

Mit Paludrine erhält man ein Medikament an die Hand, das nahezu keine Nebenwirkungen verursacht und falls doch, treten sie in einer sehr abgeschwächten Form auf. Gelegentlich können leichte Magen-Darm-Probleme auftreten oder Irritationen der Haut. Ansonsten sind keine Nebenwirkungen bekannt, welche auf die Einnahme des Medikaments zurückzuführen sind.

Paludrine ist auch sehr umgänglich im Zusammenspiel mit anderen Medikamenten. Wechselwirkungen sind nicht bekannt mit einer Ausnahme. Medikamente, welche die Produktion von Magensäure (Sodbrennen) hemmen sollen, können in ihrer Wirkung nachlassen, wenn Paludrine eingenommen wird. Beachtet man aber die strikte Einhaltung eines zeitlichen Abstands zwischen der Einnahme beider Präparate, kann man diese Wechselwirkung vermeiden.

 

Keuchhusten(Pertussis)
Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Institutes (STIKO) für alle Kinder empfohlen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Keuchhustenerkrankungen in Deutschland wieder gestiegen, weil immer weniger Eltern ihre Kinder impfen lassen. Daher gilt seit Juli 2009 auch eine Impfempfehlung für alle Erwachsenen: Sie sollen einmalig eine Impfung gegen Keuchhusten (ap) erhalten und zwar gleichzeitig mit der Auffrischimpfung gegen Tetanus (T) und Diphtherie (d). Das heißt: Die STIKO empfiehlt die Verwendung des Dreifach-Impfstoffes Tdap. Einen Einzel-Impfstoff nur gegen Pertussis gibt es nicht mehr in Deutschland.

 

Die Impftermine werden in der Regel bei der Vorsorgeuntersuchung U3festgelegt. Aufgefrischt wird mit einer Injektion im Alter von fünf bis sechs Jahren. Der Impfschutz hält nach vollständiger Impfung etwa zehn Jahre, dann können sich Jugendliche und Erwachsene wieder neu infizieren, dem durch eine Auffrischung in Form einer Injektion zu begegnen ist

 

Der Impfstoff wird in einen Muskel gespritzt (intramuskulär, i.m.), entweder seitlich in den Po, den Oberarm- oder Oberschenkelmuskel.

 

Polio (Kinderlähmung) 
Grundimmunisierung: 2 Inj. Von IPV-Virolon im Abstand von je 4 Wochen; Auffrischung: durch 1 Injektion alle 10 Jahre.

 

Tetanus
Grundimmunisierung: 2 Injektionen Tetanol im Abstand von 4 – 8 Wochen, zur Auffrischung genügt 1 Injektion alle 10 Jahre.

 

Typhus/Paratyphus
Typhoral L je 1 Kps. Am 1., 3., 5. Tag vor d. Mahlzeit, Schutz etwa 1 – 2 Jahre. Statt Typhoral-Kps. gibt man auch ab dem 2. Lj. 1 Injektion Typhim Vi tief subcutan, was bei ständiger Expositionsgefahr nach 3 Jahren wiederholt werden kann.

 

Seltene Impfungen 
(Pneumovax, Menigokokkenmeningits, Zoster (Zostavax), Genitalpapillome/HPV (z. B. Gardasil 3 Inj. Innerhalb eines halben Jahres), Gelbfieber etc.) und Impfnebenwirkungen/-Komplkationen – sehr wichtig! – erfragen Sie bitte direkt in der Sprechstunde.