Dr. med. Lothar Fliegner

Hautarzt - Allergologie - Psychotherapie

 

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Muttermale, Leberflecke, schwarzer Hautkrebs (Melanom)

Die Hautveränderungen wie Muttermale, Leberflecken und schwarzer Hautkrebs werden in der Systematik der Hauterkrankungen abgehandelt unter dem Kapitel

„Naevi (Naevus = Fleck, Mal), und Tumoren der Haut“.

 

Gutartige Tumoren:

 

  • seborrhoische Warzen (Synonym:Basalzellenpapillome)
  • Fibrome gestielt, weich oder hart (Histiozytome)
  • Keloide: hartes, überschießendes Narbengewebe
  • Zysten (von stecknadelkopfgroßenbis zu kinderfaustgroßen Atheromen)

(Abb. I)

 

Naevi, Muttermale:

 

Organoide Naevi = Naevi  gehen von einzelnen Hautgeweben aus

  • Epitheliale Naevi
  • Bindegewebsnaevi
  • Blutgewebsnaevi
  • Neurale Naevi etc

 

Pigmentnaevi – Naevi des melanozytären Systems

  • melanozytäre Naevi
  • Naevuszellnaevi
  • dysplastische Naevi

Abb. 2
Abb. 2

Zu den gutartigen Tumoren rechnen wir die seborrhoischen Warzen (Abb. 2), die auch Basalzellenpapillome genannt werden. Es sind virusbedingte Gebilde, die aufgrund einer Erbanlage betreffs des Immunsystems ab dem 50- Lebensjahr auftreten. Wer diese Erbanlage mit auf die Welt bringt, kann damit rechnen, dass bei ihm in der 2. Lebenshälfte solche seborrhoischen Keratosen auftreten.

Die Herde sind meistens rund oder oval und unterschiedlich groß. Sie reichen von Glasstecknadelkopf- bis zu Pfennig- oder Markstückgröße. Von der Farbe her sind sie unterschiedlich braun gefärbt von hell bis dunkel. Typischerweise sind sie alle mehr oder weniger stark erhaben. Ihre Oberfläche ist höckerig oder himbeerartig, zwischen den Höckern finden sich einzelne Furchen, wenn man daran schabt oder kratzt, können sie zum Teil abbröckeln, was typisch ist.

Fibrome
Abb. 3

Des weiteren gehören hierzu die Fibrome (Abb. 3), die eine Ansammlung von Bindegewebszellen, sogenannten Fibrozyten, darstellen. Die Fibrome können flach oder gestielt, weich oder hart sein. Auf dem Bild sehen Sie ein hartes Fibrom, ein sogen. Histiozytom, welches aus einer besonderen Gruppe von Bindegewebszellen besteht, nämlich aus Histiozyten. Wenn Sie die Haut um dieses Histiozytom herum etwas zusammenziehen, können Sie tasten, wie tief dieses harte Histiozytom in die Haut hineinragt. Typischerweise ist das Zentrum meistens hell und wird eingerahmt von einem unscharf begrenzten pigmentierten Ring. Histiozytome stellen einen reaktiven Prozeß der Haut dar, sie sind eine Art Antwort des Körpers auf Fremdkörper oder Insektenstiche. Der Körper achtet darauf, dass alles unter der Haut möglichst sauber und steril ist und dass alles, was da nicht hingehört, ausgemerzt wird. Im allgemeinen gelingt das auch dem Körper. Wenn er es nicht schafft, z. B. wenn er den Fremdkörper nicht beseitigen oder das Insektengift nicht abbauen kann, hilft er sich damit, dass er ganz viele Zellen an den Unfallort schickt, die dann die Giftmoleküle bzw. den Fremdkörper einmanteln, einmauern. Damit sind die Gefahrenherde ausgegliedert und das Gewebe unter der Haut ist wieder gereinigt, es ist clean, also steril.

 

Keloide
Abb. 4

Die Keloide (Abb. 4) gehören ebenfalls hierher. Sie sind ja von den Chirurgen gefürchtet. Sie bilden sich gern in Operationswunden am vorderen Decolletée oder im vorderen Halsbereich aus. Es ist einfach hartes überschießendes Narbengewebe.

Letztlich sind hier noch die Zysten zu erwähnen, die Stecknadelkopfgröße bis zu Kinderfaustgröße erreichen können. Wir sprechen dann von Retentionszysten oder Atheromen.

 

Bei der 2. Gruppe (Abb.I ), den Naevi oder Muttermalen, unterscheiden wir 2 Typen von Naevi an der Haut, die sogenannten organoiden Naevi, die von den einzelnen Hautgeweben ausgehen, z. B. vom Epithel, Bindegewebe, Blut- oder Lymphgewebe usw. Demnach unterscheiden wir bei den organoiden Naevi epitheliale, Bindegewbs-, Blut-, Lymphgewebs- oder neurale Naevi usw. Die 2. Gruppe dieser Naevi umfasst die sogenannten Pigmentnaevi, diese Flecken werden gebildet von dem melanozytären System (pigmentbildendes System).

 

Diese Pigmentnaevi interessieren nun am meisten, ihre wichtigsten Vertreter sind  3 Gruppen: A. die melanozytären Naevi, B. die Naevuszellnaevi und C. die dysplastischen Naevi.

A) Melanozytäre Naevi

Die melanozytären Naevi bestehen aus einer Ansammlung der normalen Pigmentzellen der Haut (Melanozyten).

 

1. Epidermale Naevi:

  • Sommersprossen (Abb. 5)
  • Lentigo simplex
  • Café-au-lait-Flecken
  • Sonderform: Naevusspilus, Becker-Naevus

2. Dermale Naevi:

  • Mongolen-Fleck
  • Naevuscoeruleus (blauer Naevus)

Sommersprossen
Abb. 5

B) Naevuszellnaevi

Hier werden die Pigmentmäler  (NzN) aus den sogenannten Naevuszellen gebildet.

 

1. Junktionsnaevi
2. Compoundnaevi
3. Dermale Naevi
4. Sonderformen: Sutton-Naevus (Halo-Naevus), Spitz-Tumor, benignes juveniles Melanom, Naevus giganteus

C) Dysplastische Naevi

Angeboren (kongenital) oder erworben

Eine wichtige Gruppe betreffs der Melanomentstehung

 

Wichtig sind die Pigmentmäler der Gruppe B und C.

 

Welche Faktoren begünstigen die Entwicklung eines Pigmentnaevus in Richtung Bösartigkeit? Wodurch wird Entstehung von schwarzem Hautkrebs – er stellt den bösartigsten Krebs überhaupt dar – begünstigt?

 

Die Zahl der Leberflecken, die ein Mensch aufweist, ist von Bedeutung.

Jeder Mensch hat im Durchschnitt etwa 25 – 30 Leberflecken an seiner Haut. Ist die Grenzzahl von etwa 40 Leberflecken überschritten, steigt das Risiko, ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) zu entwickeln, proportional mit der Gesamtzahl der Naevuszellnaevi. Menschen mit 300 – 400 Leberflecken sind somit ausgesprochen risikobeladen und engmaschig dermatologisch zu überwachen.

 

Der Hauttyp. Der helle Hauttyp (rote oder blonde Haar, blaue Augen, weiße helle Haut, die nie bräunt, sondern immer nur mit Sonnenbrand reagiert) ist wesentlich stärker gefährdet, an einem Melanom zu erkranken  – besonders wenn er noch die Sonne liebt - als der dunkle, sonnenunempfindliche Hauttyp.

 

Die Lokalisation der Leberflecken. Von Bedeutung ist, an welcher Körperregion ein Pigmentfleck sitzt. Risikoreich sind die „sogen. Scheuerstellen“ (Fußsohlen, Hohlhände, Fuß- und Handrücken, Sprung- und Handgelenk, Hüftregion, die Wange der Männer wegen des tgl. Rasierens, das genitale, der After, die Bindehaut am Auge, das Nagelbett usw.), ferner vom Patienten selbst (besonders wenn als Single lebt) nicht einsehbare Hautregionen (Nacken, Rücken) und schließlich der Lenden- und Kreuzbeinbereich, in dem Leberflecken aufgrund statistischer Erhebungen relativ leicht entarten.

 

Form und Aufbau des Leberflecks (ABCDE-Regel).

A = Asymmetrie, z. B. weder rund noch oval, unterschiedliche Strukturen gleichzeitig nebeneinander

B = Begrenzung, unregelmäßig oder unscharf;

C = Colour (Farbe), nicht gleichmäßige, sondern unterschiedlich starke     

       Pigmentierung, Mehrfarbigkeit;

D = Durchmesser, größer als 5 mm;        

       Die folgende Faustregel finde ich sehr anschaulich: alle Pigmentmäler, die

       einen Durchmesser von über 0,5 cm aufweisen, sind auf jeden Fall

       suspekt. Diese Regel bleibt trotz vieler Ausnahmen eine gute Richtschnur für die Praxis.

E = Erhabenheit, Entwicklung; neu oder in kurzer Zeit entstanden auf sonst

       flachem Grund;

 

Treffen 2 dieser 5 Kriterien an einem verdächtigen Pigmentfleck zu, wird zu einer vorsorglichen Entfernung des Flecks geraten.

 

Wichtig sind die Pigmentmäler der Gruppe B und C.

 

Welche Faktoren begünstigen die Entwicklung eines Pigmentnaevus in Richtung Bösartigkeit? Wodurch wird Entstehung von schwarzem Hautkrebs – er stellt den bösartigsten Krebs überhaupt dar – begünstigt?

 

Abb. 6
Abb. 6

Die Zahl der Leberflecken (Abb. 6), die ein Mensch aufweist, ist von Bedeutung.

Jeder Mensch hat im Durchschnitt etwa 25 – 30 Leberflecken an seiner Haut. Ist die Grenzzahl von etwa 40 Leberflecken überschritten, steigt das Risiko, ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) zu entwickeln, proportional mit der Gesamtzahl der Naevuszellnaevi. Menschen mit 300 – 400 Leberflecken sind somit ausgesprochen risikobeladen und engmaschig dermatologisch zu überwachen.

 

Der Hauttyp. Der helle Hauttyp (rote oder blonde Haar, blaue Augen, weiße helle Haut, die nie bräunt, sondern immer nur mit Sonnenbrand reagiert) ist wesentlich stärker gefährdet, an einem Melanom zu erkranken  – besonders wenn er noch die Sonne liebt - als der dunkle, sonnenunempfindliche Hauttyp.

 

Die Lokalisation der Leberflecken. Von Bedeutung ist, an welcher Körperregion ein Pigmentfleck sitzt. Risikoreich sind die „sogen. Scheuerstellen“ (Fußsohlen, Hohlhände, Fuß- und Handrücken, Sprung- und Handgelenk, Hüftregion, die Wange der Männer wegen des tgl. Rasierens, das genitale, der After, die Bindehaut am Auge, das Nagelbett usw.), ferner vom Patienten selbst (besonders wenn als Single lebt) nicht einsehbare Hautregionen (Nacken, Rücken) und schließlich der Lenden- und Kreuzbeinbereich, in dem Leberflecken aufgrund statistischer Erhebungen relativ leicht entarten.

Form und Aufbau des Leberflecks (ABCDE-Regel).

A = Asymmetrie, z. B. weder rund noch oval, unterschiedliche Strukturen gleichzeitig nebeneinander (Abb. 7 und 8)

B = Begrenzung, unregelmäßig oder unscharf;

C = Colour (Farbe), nicht gleichmäßige, sondern unterschiedlich starke     

       Pigmentierung, Mehrfarbigkeit;

D = Durchmesser, größer als 5 mm;        

       Die folgende Faustregel finde ich sehr anschaulich: alle Pigmentmäler, die

       einen Durchmesser von über 0,5 cm aufweisen, sind auf jeden Fall

       suspekt. Diese Regel bleibt trotz vieler Ausnahmen eine gute Richtschnur für die Praxis.

E = Erhabenheit, Entwicklung; neu oder in kurzer Zeit entstanden auf sonst

       flachem Grund;

Abb. 7
Abb. 7
Abb. 8
Abb. 8

Treffen 2 dieser 5 Kriterien an einem verdächtigen Pigmentfleck zu, wird zu einer vorsorglichen Entfernung des Flecks geraten.