Dr. med. Lothar Fliegner

Hautarzt - Allergologie - Psychotherapie

 

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Dermatologische Erkrankungen durch Pilze

oberflächlicher Hautpilz
oberflächlicher Hautpilz

 

Eine Dermatomykose (von griechisch  dérma, „Haut“ und altgriechisch  mýkes, „Pilz“ sowie der Endung -ose) ist eine von auf der Haut von Menschen und Tieren wachsenden Pilzen hervorgerufene Erkrankung. Am häufigsten sind Hauptpilzerkrankungen, die die Hornsubstanz befallen, sie werden als Dermatophytosen bezeichnet. Darüber hinaus kommen Pilzerkrankungen vor, die auch tiefere Gewebeschichten und Schleimhäute betreffen. Im weiteren Sinne werden auch Erkrankungen durch Hefen oder Schimmelpilze, bei denen es sich um opportunistische Erreger handelt, mit hinzugezählt.

 

 

Eine Hautpilzerkrankung äußert sich durch juckende, leicht gerötete und schuppende Hautareale sowie nässende Bläschenbildung. Trotz des mitunter starken Juckreizes sollte man es vermeiden sich zu kratzen. Damit vergrößert man nicht nur die Gefahr, die Erkrankung über die Finger auf andere Körperbereiche zu übertragen, sondern ermöglicht durch entstehende kleine Wunden und Hautrisse auch dem Pilz, in tiefer gelegene Hautschichten vorzudringen. Zusätzlich kann es zu Sekundärinfektionen mit Bakterien kommen, die die Abheilungschancen negativ beeinflussen.

 

A. Einteilung

 

Die medizinisch relevanten Hautpilze sind in drei Gruppen unterteilt (D-H-S-System):

 

1. Dermatophyten (Fadenpilze) Ausbreitung auf der Haut, in den Nägeln und Haaren.

 

2. Hefen — Ausbreitung auf der Haut, besonders aber den Schleimhäuten, aber auch Befall    aller inneren   Organe bis hin zur schweren Sepsis, zum Beispiel Candida albicans, bekannt als Soor-Erkrankung mit weißlichen Belägen der Mundschleimhaut. Besonders Diabetiker haben eine Neigung zu Soor.

 

3. Medizinisch relevante Schimmelpilze  können sich sowohl von abgestorbenem als auch gesundem Gewebe ernähren, sind damit in der Lage, auch als Krankheitserreger zu wirken, zum Beispiel bei geschwächtem Immunsystem. Sie können die Nägel, die Bronchien u. auch die haut befallen.

 

B. Diagnose

 

Die Diagnostik von dermatologischen Mykosen ist schwierig und zeitaufwändig. Keines der Nachweisverfahren allein lieferte sichere Ergebnisse. Der Nachweis von erregerspezifischen Genabschnitten eröffnet die Möglichkeit einer sicheren und zuverlässigen Diagnostik. Die Kombination verschiedener Methoden ist zwingend, als „Standard“ gilt immer noch die Kombination aus Direktnachweis und Pilzkultur, evtl. mit Resistenzprüfung des Erregers. - Ein sehr hilfreicher einfacher Test in der Praxis ist  das gefärbte Phasenkontrastpräparat, das das Pilzmyzel nachweist, aber nicht die Spezifität des Erregers. – Zur Ergänzung der Diagnostik dient die Wood-Lampe. Bestrahlt man die  verdächtige Hautceränderung mit dieser Lampe im Dunkeln, reagieren einige Pilzarten (Mikrosporon canis u. audouini, nicht die Trichophytie) mit einer deutlich hellgrünen Fluoreszenz.

 

C. Einige Krankheitsbilder

 

 

Es gibt Hautpilzerkrankungen, bei denen nur die oberste Schicht der Haut betroffen ist, und solche, die über die Haarwurzeln in tieferes Hautgewebe eindringen. Oberflächliche Mykosen (meistend durch Trichophytonarten verursacht) sprechen auf Lokaltherapeutika (Cremes, Salben) gut an. Bei den tiefen Mykosen ist – wie auch beim Nagelpilz – zusätzlich eine innere Behandlung (meist Tabl. Enthaltend Terbinafin, Irtaconazol, Fluconazol etc.) erforderlich.

 

 

 

Pityriasis versicolor stellt eine häufig vorkommende oberflächliche Mykose (oder TZinea) bei Jugendlichen und Erwachsenen dar. Die Vermehrung des Errgers (Malassezia/Pityrosporon furfur) wird begünstigt durch starkes Schwitzen und fettige Seborrhoe bei mangelnder Abdunstung infolge synthetischer Unterwäsche.

Die Erkrankung kann ein Hinweis sein auf eine Schiddrüsenüberfunktion, auf Diabetes, auf Nachtschweiß infolge einer Tuberkulose oder eine Immunschwäche. Bei ständigen Rezidiven iast eine gründliche Durchuntersuchung angezeigt.

Candida (Hefepilz) siedelt sich gern in warm-feuchten Hautfalten, besonders bei Diabetes, und auf Schleimhäuten (Mund, Darm, Unterleib) sowie im Nagelbett der Finger und zehen (Apfelpflückerkrankheit in Südtirol) an. Wichtig ist neben einer ausreichenden örtlichen und ggf. inneren behandlung die Aufdeckung und Beseitigung begünstigender Faktoren.

 

Tinea unguium/Onychomykose. Die Behandlung des Nagelpilzes muß in den meisten Fällen äußerlich und innerlich erfolgen. Nur selten ist der Nagel so oberflächlich und nur am Ende befallen, dass eine externe Behandlung ausreicht.

Mittels  Keratolyse (Salbenverbände mit den Pilz zerstörenden und die Hornsubstanz aufweichenden Salbenverbänden) werden die befallenen Nagelanteile weitgehend entfernt. Anschließend lässt man den gesunden übrig bleibenden Restnagelstumpf unter dem Schutz von Pilztabl. und und Pilzlösungen/-lacken wieder nachwachsen. Zusätzlich sollten die Innenfutter der Schuhe, die Socken und Strümpfe durch desinfizierende Sprays (Inzidin, Sagrotan med) von Pilzen befreit werden.Bis zur Heilung einer Nagelpilzerkrankung dauert es oft länger als ein Jahr.

 

Tinea capitis (Kopfbefall), Tinea cpillitii (Kopfhaar-), Tinea barbae (Kinn-),

Tinea faciei (Gesichts-), Tinea corporis (Körper-), Tinea inguinalis (Leisten-),

Tinea pedis (Fußpilz), etc.;